0160 / 5644763
birgit@smartylernformeln.de

Bewegung macht klug – Warum unser Gehirn Bewegung braucht

28.03.2025

Inhaltsverzeichnis

Alle Artikel

Sie sitzen den ganzen Tag in ihren Zimmern auf Stühlen oder lümmeln auf Sofa und Bett, starren diverse Bildschirme an und bewegen sich kaum. Der Körper fühlt sich müde an, Kopf und Nacken sind angespannt, die Konzentration lässt auch zu wünschen übrig. Sie reagieren ziemlich launisch und genervt auf Ansprache durch die Eltern.  

Habt ihr vielleicht eure Kinder wiedererkannt?

Vor kurzem las ich einen Artikel in unserer Tageszeitung mit folgendem Inhalt:

Laut einer aktuellen Studie der WHO (Weltgesundheitsorganisation) wurden bundesweit 6.500 Schüler befragt, und das Ergebnis ist erschreckend: Nicht einmal 20 % der Kinder und Jugendlichen bewegen sich ausreichend! Doch was bedeutet “ausreichend” eigentlich? Die WHO gibt klare Empfehlungen für kleine und große Kinder:

  • Schulkinder und Jugendliche: Mindestens 60 Minuten täglich mäßig bis stark.
  • Kinder zwischen 3 und 6 Jahren: 180 Minuten pro Tag, davon mindestens 60 Minuten intensiv.
  • Säuglinge: Mehrmals täglich aktiv sein, am besten auf dem Boden. Selbst die Kleinsten sollten öfter in Bauchlage gebracht werden, wenn sie wach sind.

Allgemeiner Bewegungsmangel: wird zum Problem – mit langfristigen Folgen 

Die Realität sind aber anders aus. Immer mehr Kinder verbringen immer häufiger (Schule und privat) ihre Zeit vor Bildschirmen anstatt draußen herumzutoben. Die echte körperliche Aktivität beschränkt sich oft auf den Sportunterricht oder ein bis zwei Stunden im Verein – falls sie dort überhaupt angemeldet sind. 

Eltern übernehmen die Fahrdienste: zur Schule, zu Freunden, zum Spielplatz – sogar zum Sport. Das Ergebnis? Immer weniger Bewegung im Alltag.

Das bleibt natürlich nicht ohne Folgen – erhöhtes Risiko für Übergewicht, Haltungsschäden und Konzentrationsschwierigkeiten sind durchaus nachvollziehbar.

Langfristig kann das sogar zu chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Problemen führen – die übrigens auch Erwachsene betreffen, die in ihrer Kindheit wenig Bewegungserfahrungen gemacht haben. 

Warum ist eigentlich Bewegung so wichtig  – vor allem fürs Lernen 

Bewegung ist nicht nur für die körperliche Entwicklung essenziell, sondern auch für die geistige Leistungsfähigkeit. 

Alle zum Thema durchgeführten Studien zeigen: Kinder, die sich regelmäßig bewegen, können sich besser konzentrieren, sind kreativer und leistungsfähiger in der Schule. Bewegung fördert das Immunsystem, steigert die Durchblutung des Gehirns und hilft dabei, Unmengen neuer Verbindungen zwischen Nervenzellen aufzubauen – also genau das, was wir beim Lernen brauchen!

Und das Beste? Wer sich als Kind viel bewegt, bleibt meist auch als Erwachsener aktiver und somit länger gesund und fit.

Digitale Medien + Leistungsdruck = Bewegungskiller 

Leider stehen Sport und Spiel oft ganz unten auf der Prioritätenliste. Digitale Medien sind omnipräsent, schulischer Leistungsdruck steigt, und viele Eltern scheuen sich deshalb davor, ihre Kinder „einfach so“ mal länger draußen spielen zu lassen. 

Ein Teufelskreis, der unbedingt durchbrochen werden muss! 

Übermäßige Handy-Nutzung und stundenlanges Computerspielen haben zudem noch andere gravierende Auswirkungen, die Psyche der Kinder leidet. 

Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, verminderte Aufmerksamkeit sind nur einige der Folgen. Zu viel Bildschirmzeit beeinflusst Impulskontrolle, Gedächtnis und Planungsfähigkeit. Studien zeigen, dass Kinder, die zu viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, häufiger unter Ängsten, Depressionen und Stresssymptomen leiden. Die dringend nötigen sozialen Kontakte fehlen jetzt schon häufig und führen zu Empathieverlust und Schwierigkeiten in der sozialen Kommunikation.

Rezept für Bewegung – Ein Schritt in die richtige Richtung? 

Seit Anfang des Jahres können Kinderärzte tatsächlich ein “Rezept für Bewegung” ausstellen. Doch die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in Ausnahmefällen – ein solches Rezept hätte also eher Symbolwirkung. Dabei müsste es gar nicht so weit kommen, wenn Bewegung von Anfang an einen festen Platz im Alltag hätte.

Was Eltern und Lehrer tun können 

Liebe Eltern, nehmt euch bitte bewusst Zeit für gemeinsame Auszeit mit Bewegung! 

Geht raus, macht Spaziergänge im Wald, fahrt gemeinsam Fahrrad, spielt Ball im Park – ganz egal, Hauptsache aktiv. Kinder lernen durch Vorbilder, und wenn sie sehen, dass Bewegung ein normaler Teil des Alltags ist, übernehmen sie es ganz automatisch.

Liebe Lehrkräfte, integriert Bewegung in den Unterricht! Nach spätestens 20 Minuten brauchen Kinder eine kleine Bewegungspause. Einmal kurz aufstehen, dehnen, ein paar Hampelmänner oder Kniebeugen – das bringt Sauerstoff ins Gehirn und macht nicht nur die Schüler, sondern auch euch selbst wieder wacher. (Ich spreche aus Erfahrung 😊) 

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass Bewegung wieder ein selbstverständlicher Teil des Lebens wird – für eine gesunde Zukunft unserer Kinder!

Hinterlassen Sie den ersten Kommentar